Montag, 19. März 2012

Köln 3 kämpft sich aufs Treppchen

Nach drei Absagen war klar: Köln würde nur zu fünft zur DM nach Dresden reisen. Das Team schraubte die Erwartungshaltung dementsprechend zurück. Vom Sieg oder einem Platz unter den ersten drei hatte sich die Mannschaft innerlich verabschiedet. Neue Ziele wurden formuliert: Man  wollte eine gute Figur machen, sich weiter einspielen und vielleicht das ein oder andere favorisierte Team ärgern. Dann kam aber doch alles ganz anders…

Es gibt sie nur noch selten diese besonderen Momente, wo etwas passiert, das man selbst für ausgeschlossen hält. Ein kleines Wunder. Die Kölner durften Teil eines solchen werden. Es begann alles am Samstag morgen, den 17. März auf der Indoor DM in Dresden. In der ersten Begegnung der zweiten Liga um 9 Uhr standen sich die Isostars aus Augsburg und die Kölner gegenüber. Beide Mannschaften wirkten noch schläfrig. Das belegten zahlreiche Fangfehler und unpräzise Pässe auf beiden Seiten. In der zweiten Halbzeit wurden die Kölner allerdings sicherer und spielten einen kleinen Vorsprung heraus. Im Laufe des Spiels konnten sie den immer weiter ausbauen und gewannen letztendlich 13:9.

In der nächsten Partie warteten die Gemmrigheimer auf die Domstädter. Das Team aus der Nähe von Heilbronn hatte in eigener Halle auf der Relegation die Kölner souverän geschlagen. In Dresden fehlten den Württembergern jedoch einige Schlüsselspieler. Köln 3 schaffte es bereits früh, die Führung zu übernehmen. Besonders mit der Isolation kamen die Kölner in der Offense gegen die recht kleinen Spieler von to-get-her zum Erfolg. Am Ende siegten sie erneut 13:9.

Im dritten Spiel des Samstags traf Köln 3 auf die Berliner. Die Begegnung entwickelte sich zu einem echten Krimi. Wall City hatte bereits die ersten beiden Partien verloren und musste daher gegen die Kölner punkten, wenn sie die Chance wahren wollten, sich für die A-Reli zu qualifizieren. Die Anfangsphase dominierten die Domstädter und spielten eine 6:3 Führung heraus. Daraufhin stellten die Berliner ihre Defense um und übten mehr Druck auf den Aufbau aus. Ihr Plan ging auf und so holten sie sich mit 7:6 die Halbzeitführung. Köln 3 hatte allerdings noch nicht aufgegeben. In der zweiten Hälfte entdeckte die Mannschaft die lange Option wieder und punktete vier Mal in Folge mit Overheads über das gesamte Feld. Die Berliner wirkten demoralisiert und hatten in der Folge nichts mehr entgegenzusetzen. Das Scoreboard zeigte am Ende zum dritten Mal 13:9.

Im vierten und letzten Spiel des Samstags forderten die Hallenser Köln heraus. Gegen die Hallunken hatten die Kölner noch eine Rechnung offen, hatten sie doch auf der Relegation im letzten Spiel kläglich gegen sie verloren. Es zeichnete sich schnell ab, dass die Begegnung Köln 3 alles abverlangen sollte, denn langsam machte sich bemerkbar, dass die Mannschaft nie auswechseln konnte. Die Hallenser nutzten die Personalnot clever aus, indem sie nur Mannverteidigung spielten und dadurch die Spieler zu Laufduellen zwangen. Trotz der ungeheueren Belastung spielten sich die Kölner einen 12:9 Vorsprung heraus – sie hatten also vier Offenses, um das Spiel einzutüten. Die ersten drei vergaben sie, sodass es 12:12 stand – der letzte Punkt sollte entscheiden. Obwohl sie drei Chancen hatten, verpassten es die Domstädter, den Sieg einzufahren und mussten sich am Ende mit einer bitteren 12:13 Niederlage abfinden. Die geschundenen Muskeln und Geister der Spieler wurden anschließend in einem Whirlpool eines Dresdener Hallenbads gepflegt.

Am Sonntag konnte Köln 3 ausschlafen, denn das erste Spiel gegen Mainz startete erst um 11.15 Uhr. Mit einem Sieg wären die Kölner Dritter und somit sicher für die A-Relegation qualifiziert. Entsprechend motiviert begannen sie die Begegnung. Von Anfang an übernahmen sie das Ruder und schafften nach dem 3:3 das erste Break. In der Offense agierte Köln 3 bemerkenswert konzentriert. Im Laufe des Spiels konnte die Mannschaft noch einige weitere Breaks holen, sodass am Ende ein 13:9 auf dem Scoreboard stand. Die Sensation war perfekt! Köln 3 hat es mit fünf Spielern geschafft, sich für die A-Relegation zu qualifizieren.

Die Freude konnte auch nicht die herbe Niederlage im letzten Spiel gegen Würzburg trüben, in dem die Kraftreserven der Kölner komplett aufgebraucht waren. 4:13 hieß am Ende das Ergebnis, das aber wahrscheinlich nur Discofever interessierte und denen das Finale gegen Halle einbrockte, das sie dann allerdings noch gewannen. Unterm Strich stehen eine herausragende Teamleistung und der Beleg, dass sich harte Arbeit und konstantes gemeinsames Training und Spielen auf Turnieren auszahlt. Auf der A-Relegation im nächsten Jahr werden zwei Kölner Mannschaften spielen – was könnt es Schöneres geben?

1 Kommentar:

  1. Ihr seid ja des Wahnsinns nackte Fackelträger! Nicht schlecht...

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