Sonntag, 15. Januar 2012

Köln 3 zieht in die 2. Liga ein

Köln 3 wird Vierter auf der B-Relegation in Gemmrigheim und qualifiziert sich damit für die zweite Liga. Bemerkenswert: Die ersten vier Mannschaften hatten alle gleich viele Siege – das Punkteverhältnis musste über die genaue Platzierung entscheiden.

Die Kölner starteten in das Turnier mit einem zu keiner Zeit gefährdeten, aber punktemäßig recht knappen Sieg gegen Stuttgart (10:7). Schuld am engen Ergebnis war, dass die Kölner nur schwer in ihre Rollen fanden und zaubern wollten. So konnten die vielen Defense nur selten in Punkte verwandelt werden. In der zweiten Partie gegen Potsdam zeigte sich die junge Mannschaft aus der Domstadt stark verbessert. In der Offense wurden weniger riskante Pässe gespielt und die Scheibe schnell von der Sideline in die Mitte geswungen. Das Manko in dieser Begegnung war das Marking. Mehrmals kassierten die Jungspunde vom ASV Break-marks, die fast immer zu direkten Punkten führten. Durch solche Pässe konnten die Potsdamer noch mal auf 8:8 aufholen. Durch einen kleinen Schlussspurt schafften es die Kölner dann allerdings, das Spiel für sich zu entscheiden.

Gegen Gemmrigheim ging es im dritten Spiel um den Gruppensieg. Das Team der Hausherren war gespickt mit Herren- und U-Nationalspielern und hatte am Morgen die Dresdener demontiert. Die Kölner ließen sich davon sehr beeindrucken und schafften es in der Partie überhaupt nicht, ihre Normalform abzurufen. In der Anfangsphase konnten sie noch mithalten, je länger die Begegnung allerdings dauerte, desto größer wurde der Abstand. Am Schluss stand es 5:11. Im letzten Spiel am Samstag gegen Dresden musste Köln 3 gewinnen, um in den oberen Pool zu kommen. Drehst'n Deckel wollte das verhindern und verteidigte mit einer Zone. Die Kölner ließ das allerdings kalt. Sie zogen die Zone durch ihre Receiver weit auseinander und schafften so viel Platz für die Handler. Die passten die Scheibe sicher vor die Endzone und warteten dort geduldig, bis sich der sichere Assist anbot. Nach 25 Minuten hatten die Kölner souverän gewonnen 11:4.

Am Sonntag ging es dann ans Eingemachte. Von sechs Teams, die im oberen Pool über Kreuz gegeneinander spielten, sollten die ersten vier in der zweiten Liga spielen. Köln brauchte mindestens zwei Siege, um sicher qualifiziert zu sein. Einer davon sollte gegen die Fischbees aus Hamburg geholt werden. Hochmotiviert starteten die Kölner in die Partie und holten schnell drei Defense. Danach fiel die junge Mannschaft jedoch in ein Loch und verspielte so fahrlässig den erkämpften Vorsprung (3:3). Im weiteren Spielverlauf gelang es Köln 3 sich wieder abzusetzen, sodass es 9:6 stand, als die Schlusssirene ertönte. Das Spiel sollte also bis 10 gehen. Die Kölner ließen noch einen Punkt der Fischbees zu, siegten am Ende aber verdient mit 10:7.

Nach zweieinhalb Stunden Spielpause konnten die Kölner mit einem Sieg gegen Würzburg der Qualifikation für die zweite Liga einen gehörigen Schritt näher kommen. Leichter gesagt als getan, denn die Würzburger strotzen vor Selbstbewusstsein, weil sie bisher nur gewonnen hatten. Grund dafür war ihre gefährliche Offense. Die  war auf die Größe der Spieler zugeschnitten (im Durchschnitt 1,91 Meter). Die Hünen spielten immer wieder hohe Leger auf die geschlossene Seite, die in drei Meter Höhe von den Lulatschen gefangen wurden. Mit einer Poach-Defense bekamen die Kölner diese Pässe jedoch einigermaßen unter Kontrolle. Richtig absetzen konnte sich die junge Mannschaft jedoch nicht und so zeigte das Scoreboard nach 25 Minuten 8:8 an. Der letzte Punkt sollte also über Sieg oder Niederlage entscheiden. Nach einigen strittigen Calls – Foul am Werfer und Catch im Aus – nahm sich Staraufbauspieler Bernd Proeschold ein Herz, cuttete in der Endzone mustergültig seinen Gegenspieler aus und fing einen flachen Pass sicher mit einem Sandwich-Catch. Nach viel Rechnerei stellte sich dann allerdings heraus: Ganz sicher war Köln 3 noch nicht aufgestiegen. Denn es konnte im worst-case zu einem Fünfervergleich kommen, der wegen der hohen Niederlage gegen Gemmrigheim zum Verhängnis für die Kölner werden konnte. Kurz bevor das letzte, alles entscheidende Spiel gegen Halle beginnen sollte, verloren die Fischbees – völlig unerwartet – gegen Dresden und verpassten damit den Vergleich und somit auch den Aufstieg. Köln war also schon vor dem letzten Spiel sicher in der zweiten Liga. Trotzdem wollte die junge Gruppe um ihren Captain Lars Frauenhoff noch mal beweisen, dass sie auch die Hallenser schlagen können. Das ging jedoch kolossal schief, denn gegen die Hallunken lief überhaupt nichts zusammen: Pässe auf Brusthöhe wurden plötzlich fallen gelassen, swing-Pässe an Aufbauspielern vorbei gespielt und Overheads ins Aus gedonnert. So verlor Köln 3 7:11. Am 17. Und 18. März bekommt die Mannschaft jedoch die Chance, in der zweiten Liga in Dresden sich zu revanchieren.

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